Achtsamkeit öffnet Pforten der Wahrnehmung

Immer mehr Menschen machen erste Erfahrungen mit Achtsamkeits-Übungen wie der Meditation. Viele neu entwickelte Apps wie Head Space, oder Calm können aufgrund der Technologie, modernster Machart und umfassender Verbreitungswege über Social Media immer mehr Menschen in unserer über-technologisierten Welt erreichen, um sie auf Angebote geführter Meditationen aufmerksam zu machen. Ein Schlüsselbegriff der hierbei längst im Mainstream angekommen ist, lautet  „mindfulness“. Aufgrund der stark mental geprägten Kultur der westlichen Welt ist dies ein „Terminus Technikus, der leichter angenommen zu werden scheint, als beispielsweise der Begriff „spirituelle Praktiken“.

Auch wenn es in einem tieferen Sinn betrachtet immer um das Gleiche, nämlich „Bewusstheit“ geht, so hat es den Anschein, dass je moderner die Vermarktung, Ansprache und Wortwahl, umso besser ist es. Beispielsweise MBSR – „Mindful Based Stress Reduction“ steht, als eingetragener Markenname, für ein sehr erfolgreich von Ärzten vertriebenes Konzept des mentalen Trainings zur Achtsamkeit. Man möchte den Menschen die Hemmschwelle des Ausprobierens solcher Angebote offensichtlich erleichtern, indem man die Mystik, „a priori“ bei Seite lässt, sich auf die reinen Techniken konzentriert und all das zusammen dann von der Namensgebung her, eher technologisch, wie das Antiblockiersystem (ABS) beim Auto, oder eine neue Computersoftware klingen lässt. Bei NLP, Neurolinguistischen Programmierung, verhält es sich ähnlich. Man nimmt aus den alten Kulturen und Weisheitslehren, die allesamt – „a priori“ – hochspirituell waren, die reinen Techniken und Werkzeuge und lässt den mystischen Anteil weg, um so für die stressgeplagte moderne westlichen Welt ein perfektes Angebotspaket zusammenzuschnüren. Marketing Experten haben längst erkannt, dass sie mit Begrifflichkeiten wie „Meditation“ eher weniger Menschen erreichen können, als mit Begriffen, wie zum Beispiel „awareness“, oder  „mindfulness“.

Die Vorurteile und Ängste gegenüber alter spiritueller Praktiken und Lehren, welche allesamt der Ursprung einer jeden modernen meditativen Praxis sind, haben sich seit der „New Age“-Bewegung der 80’er Jahre so weit verbreitet und vertieft und sich zusätzlich noch mit einer, teileweise nicht unberechtigten, Skepsis gegenüber religiösen Institution und einer Angst vor Sekten vermischt. Im deutschen Sprachgebrauch wird alles was zumindest bisher noch nicht niet und nagelfest wissenschaftlich belegt ist, mit dem weitgehend als Schimpfwort gebrauchten Begriff „Esoterik“ belächelt, oder abgetan. Was also tun, um möglichst viel Publikum zu erreichen, von der gestressten Mutter, über erschöpfte ArbeitnehmerInnen, bis hin zum halb „ausgeburnten“ Manager dort draußen? Ganz einfach – man macht ihnen allen ein verlockendes Angebot, das auf Ihre Bedürfnisse und damit steigende Nachfrage treffen soll: Stressreduktion, Resilienz, Burnout-Prävention. All dies ist eine gute Bewegung, letztendlich ermöglicht sie es uns Menschen die Kraft der inneren Stille wiederzuentdecken, zur Ruhe zu kommen und neue Kraft und Kreativität zu schöpfen. Man tut also etwas Gutes.

Doch es geht um viel mehr als das. Die Seele benötigt ebenso wie Körper und Geist Nahrung. Die Nahrung für die Seele sind mystische Erfahrungen, ein sich öffnen für weit mehr und etwas größeres als unser „Ich“ im hektischen Alltag wahrzunehmen vermag.  Wer Meditationstechniken, die allesamt aus alten Kulturen stammen, anwendet, um Stress abzubauen und sich im Alltag besser konzentrieren zu können, der tut sich und hoffentlich auch seinem Umfeld damit einen großen Gefallen, doch es fehlt meist ein wesentlicher Bestandteil. Wenn wir beispielsweise als Übung unseren Atem beobachten und dann ruhiger werden, so hat dies auch positive gesundheitliche Auswirkungen auf unser Gehirn. Das wurde in einer Studie der Harvard Universität 2011 eindeutig belegt und in vielen weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen anderer Universitäten bestätigt. Siehe auch Harvard Business Manager Magazin „Workout für das Gehirn“, 10.2.2015
http://www.harvardbusinessmanager.de/blogs/wie-achtsamkeit-und-meditation-ihr-gehirn-veraendern-kann-a-1016687.html

Wenn wir uns anschauen, welche Wirkungsweisen die Harvard-Studie feststellt, kommen wir der Realität ganz schön Nahe. In der Meditation genauso wie beim Yoga geht es jedoch um viel mehr als „Workout für das Gehirn“. Wer die alten Werkzeuge  lediglich als geistige (Meditation), oder körperliche (Yoga) Fitness, anwendet, um sich danach gut zu fühlen, wie nach einem guten Kinofilm, Kreuzworträtsel, bzw. nach dem Joggen, oder. nach jeglicher anderen Freizeitaktivität und Sportart, der tut sich zwar tatsächlich etwas Gutes, doch er bleibt an der Oberfläche. Die Seele bleibt hungrig, oder durstig, obwohl der jeweilige Mensch sich am Eingang zu einer köstlichen Quelle befindet.

Wonach es die Menschheit dürstet, ist nach Liebe, Herzlichkeit, Sinnhaftigkeit, „beseelt sein“. Deswegen geht es immer darum, in Kontakt mit unserem inneren Selbst, einer inneren Quelle, zu gelangen und in Verbindung zu treten, mit etwas, das wir mit unseren Alltagssinnen nicht ohne Weiteres, sondern erst nach tiefgehender Übung wahrnehmen und erfahren können. In Wahrheit ist dies die Kraftquelle in uns, oder eine Kraft die das ganze Universum durchdringt, so wie es viele alte Kulturen und Naturvölker, allesamt „Awareness“-Experten der alten Schule, seit tausenden von Jahren wahrnehmen. Warum darf man dies dann nicht so „öffentlich“ benennen? Warum haben so viele Menschen scheinbar eine Abneigung gegen seelische – mystische – Erfahrungen?

Wir haben zwei Stimmen in uns, die ständig zu uns sprechen: die Stimme des Egos („Voladores“) und die Stimme der Unendlichkeit. Letztere hat als Kraft, die das ganze Universum durchdringt überall auf der Welt viele Namen erhalten, je nach Kultur, Weisheitslehre und Kosmovision: „La Voz der Ver“ – „Stimme des Sehens“ (Carlos Castaneda), „Heiliger Geist“ und Jesus Christus (mystisches Christentum), „Atem Gottes“ (Judentum), „Gran Espiritú“ – „Great Spirit“ (amerikanische Urvölker), Purusha (Indien), Ankh (Ägypten), Blume des Lebens (Heilige Geometrie), um nur einige Beispiele zu nennen.

Welchen Worte wir auch immer dafür verwenden, die Namen können uns als Symbole, als kosmische Schlüssel, und als „Erinnerung“ dabei helfen, dass es darum geht, uns zu verbinden, in Kontakt mit der Unendlichkeit zu treten. Der „Heilige Geist“ dient uns als innere Stimme, als innerer Lehrer, der die Fehler, die Irreführung der Lehren des Egos, berichtigt. In einer solchen meditativen Praxis geht es – auch – um eine mystische Erfahrung. Das einzige was wir dafür benötigen ist die Bereitschaft und die Offenheit dafür, unsere Beurteilung der Welt und dessen was wir in der Welt sehen, in Frage zu stellen. Wir sollten uns der Möglichkeit öffnen, das in Frage zu stellen, was wir durch unsere Wahrnehmung anderer oder unserer Selbst zur Wirklichkeit gemacht haben.

Die Entscheidung die Stimme der Unendlichkeit, von Jesus, oder des „Großen Geistes“, anstatt die des Egos zu hören, wäre ein Ausdruck der Liebe, eine Entscheidung FÜR die Liebe, nach der wir uns alle so sehr sehnen. Es gibt nur zwei Ziele: Das eine ist das Ziel des Ego, nämlich die Trennung zu verstärken, das andere ist das Ziel, des Heiligen Geistes, nämlich die Trennung zu heilen.

Weil wir die Welt meist über unsere nach Außen projizierten Ego-Gedanken wahrnehmen, können wir nicht sehen, wie die Welt wirklich ist. Wir glauben die Not rühre von verschiedenartigen Problemen her, die wir zu haben glauben. Sicher ist, dass alle Probleme uns nicht als das erscheinen, was sie wirklich sind. Das Ego hat wie einen Nebelschleier darüber geworfen, damit wir nicht merken, dass jegliche Disharmonie, jeglicher Seelenschmerz aus einem Mangel an Verbindung mit der Quelle, einem Mangel an Vergebung (s.a. Toltekische Rekapitulation!), oder dem Glauben herrührt, getrennt zu sein.

Alles was wir tun können ist, sämtliche uns zur Verfügung stehenden Instrumente praktischer Übung zu nutzen, um den inneren Dialog anzuhalten. Ohne innere Stille kein Wachstum. Nur in der beispielsweise der Toltekischen Rekapitulation und mit Hilfe verschiedener Meditationstechniken, die uns auch eine mystische Erfahrung ermöglichen, können wir die Blockaden entfernen, die uns daran hindern, uns der Gegenwart der Liebe – als Kinder Gottes (Synonym: „Kinder des Universums“) – die wir sind – bewusst zu sein. In dem Maß in dem wir still sein können, also uns von unseren Ego-Gedanken befreien – in dem Maß hören wir besser was auch immer wir wissen müssen, eben das was unsere „Stimme des Sehens“ (Carlos Castaneda) zu uns spricht.

Es können noch wahre Wunder geschehen!

Magic Montag – lasst uns gemeinsam in die Weltenseele eintauchen und von dort das Tor zur Unendlichkeit, in uns, öffnen…

 

Was ist Magic Montag?

Wöchentliche Treffen für die gemeinsame Bewusstseinsarbeit und Achtsamkeitsübungen aus verschiedenen Kulturen und Traditionen. Die Anwendung bestimmter Atemtechniken, Körperbewegungen (mit und ohne Musik) sowie von einfachen, größtenteils dynamischen, meditativen Konzentrationsübungen, führt jede(n) TeilnehmerIn in einen Zustand der Beruhigung der Sinne und Gedanken. Durch die gemeinsame Ausrichtung der unbeugsamen Absicht, sich auf eine Reise nach innen einzulassen, können wir aus der inneren Stille heraus, die Wahrnehmung von uns, der Welt sowie unserer Sorgen und Herausforderungen weiten. Wir tanken neue Kraft, Kreativität und Inspiration für unseren Weg, um uns (wieder) mit mehr Vertrauen von der schöpferischen Kraft des Universums leiten zu lassen.

Magic Montag, jeden Montag, 20:00 – 22:00 Uhr, Papusa, Kirchenstrasse 89b, Haidhausen, München.

Teilnahme € 15,-

(Ermäßigung für Schüler, Studenten und Auszubildende)
Offener Abendkurs – Dabeisein jeder Zeit möglich
Weitere Informationen: 0049-171-23 333 23